Yasukuni Schrein

Dominik 28. August 2009

Gestern habe ich eine der interessantesten Diskussionen seit langem geführt. Ausgangspunkt war das Video eines Kanadiers (merci Martin), der vor dem Yasukuni Schrein rechtsorientierte Japaner mit einer äußerst provokanten Frage konfrontierte. Wörtlich sagte er, sofern ich es wegen der Lautstärke richtig verstanden habe:

„Wenn Sie Deutscher wären, dann würden Sie festgenommen werden, was meinen Sie dazu“.

Dazu muss man erstmal die Hintergründe kennen. Im Yasukuni Schrein in Tokyo wird den Seelen der im Krieg verstorbenen Japaner gedacht und auch die Seelen von einigen Kriegsverbrechern gehören dazu. Seit Jahren gibt es, vor allem von China und Korea, große internationale Kritik an den Besuchen des Premierministers, am 15. August, am Schrein. Man muss den Aspekt bedenken, dass es in Japan eine strickte Trennung zwischen Staat und Religion gibt, die auch in der Verfassung niedergeschrieben ist. Wenn der Premierminister also am 15.08 mit Limousine und Gefolge dort auffährt, erweckt dies nicht gerade den Eindruck, als sei er privat dort.

Nachdem der Kanadier diese Worte gesprochen hatte, gab es erstmal ziemlichen Ärger mit den Anwesenden Rechtsorientierten. Viel interessanter war aber das Gespräch mit meinem Chef, nachdem ich ihm das Video gezeigt habe.

Hier mal meine kleine Zusammenfassung der Infos die ich daraus gezogen und interpretiert habe:

Da es gegen Ende des Krieges in Japan kaum noch Flugzeugträger und Benzin gab um die Flugzeuge zu betanken und letztendlich sogar aus Zuckerrohr und allem möglichen Benzin gewonnen wurde, tankte man die sie nur halbvoll, woraus letztendlich die Kamikaze (Götterwind) Angriffe geboren wurden. Man wurde also in den Krieg geschickt unter der Voraussetzung, für sein Land und die Menschen dort zu sterben. Das war von Beginn an klar und aus diesem Grund wird den Seelen der Verstorbenen im Schrein für diese Uneigennützigkeit gedankt. Man muss also auch sehen, dass nicht nur Rechte den Yasukuni Schrein aufsuchen, sondern vor allem Mütter, Väter und die restlichen Familienangehörigen der damals Verstorbenen, um den Seelen zu gedenken. Dementsprechend ist das, was der Herr aus Kanada gemacht hat, ähnlich wie in eine katholische Kirche zu gehen und zu sagen „euer Gott ist ein schlechter Gott“. Ich denke, dass Kritik durchaus angebracht ist, aber vielleicht sollte man versuchen diese nicht ganz so radikal und für einige Leute, deren Intention nicht ist den Kriegsverbrechern zu danken, verletzend zu übermitteln wie in diesem Fall.

Die Idee hinter dem Yasukuni Schrein basiert schließlich nicht darauf Rechtes Gedankengut zu unterstützen, sondern Familien einen Ort zu stellen, wo sie ihrer Verstorbenen gedenken können. Das es auch heute noch sehr viele Rechte gibt die diesen Ort missbrauchen und das japanische Politiker keinen Sinn für Internationalität und Feingefühl haben ist wiederum eine andere Sache, die kritisiert werden muss.

Eine Sache zu verurteilen ist einfach getan, aber die politischen, sozialen und religiösen, vielleicht sogar kulturspezifischen Hintergründe zu sehen und in Bezug zu einander zu setzen, ist dagegen weitaus schwieriger und Bedarf einer gewissen Dosis Feingefühl.

PS: nachdem das ganze fuer Missverstaendnis bei Martin und vielleicht auch anderen gesorgt hat und im Text nicht deutlich rueber kam, hier noch einmal meine Meinung

Den Besuch des Premier und anderer Politiker muss man kritisieren, da er der Trennung von Staat und Religion in Japan entgegensteht und den internationalen Beziehungen schadet. Die Rechten in Japan muss man ebenfalls kritisieren. Ich denke jedoch, dass ein anderer Ton und ein anderer Ort angebrachtet waeren als in dem Video. Im Ausland sorgt das fuer Zustimmung, aber in Japan wird es das schlechte Image der Auslaender, die ja eh schon keine Ahnung von jap. Kultur haben, nur noch verschlechtern und absolut nichts veraendern. Des Weiteren ist es beleidigend fuer die Personen die dort Ihrer Toten aus dem Krieg gedenken und mit rechtem Gedankengut nichts am Hut haben.

 

Schwachsinn für den kleinen Hunger

Dominik 28. August 2009

Strahlendes Wetter, der Himmel ist so blau wie die Verpackung von Penaten Creme. Vor zwei Stunden hatten wir eine ewig lange Sitzung über die Bedeutung von hinshitsukanri (Qualitätskontrolle). War ganz interessant, aber mein Chef wiederholt sich zu oft, ohne das die Diskussion vorangeht. Zu meiner rechten Seite sehe ich den Fuji, bzw. eigentlich eher die unfotogene Seite mit dem Krater, die normalerweise nicht ihren Weg auf die Postkarten findet. Die Spitze des Vulkans ist umhüllt von einer leichten Wolkenfront und lässt nichts von den Strapazen erahnen, die so manch einer gerade auf sich nimmt um die Spitze zu erreichen, nur um dort dann ein überteuertes Automatenbier trinken zu können für umgerechnet 6 Euro. Da grade eine Firmensitzung stattfindet habe ich mir eben die ersten Bücher auf dem Amazon Market Place für meine Diplomarbeit bestellt. Den Namen hab ich schon wieder vergessen…okinawa kichi mondai beikoku nani nani und so weiter. Ist auch egal, werde noch genug Zeit damit verbringen „dürfen“. Irgendwie bin ich grade etwas schlapp und müde, was mich dennoch nicht von meinen abendlichen zweistündigen Radtouren abhalten kann. Ich spiele so mit dem Gedanken mir eine gebrauchte Playstation 3 zuzulegen, aber meine Pro und Contra-Liste hat leider nichts gutes ergeben. Ich resümiere:
+ tolle Spiele
+ deutsche Spiele laufen auch
+ Blue Ray Player
+ Abends was zu tun außer trinken, Radfahren, lernen, sinnlose TV Programme sehen
+ gebraucht günstig 200 Euro
+ ist groß genug um damit Einbrecher zu verprügeln
- auch wenn günstig, sind 200 sau viel Geld
- werde ich damit wirklich spielen?
- Wer braucht blue ray? DVD tut es auch
- Das Ding ist zu schwer für mein Gepäck
- Sieht aus wie ein Sandwich Maker, funktioniert aber nicht wie einer.
- Wird so warm, dass ich keine Heizung im Winter brauche.

Es bleibt ein vernichtendes Urteil gegen die Konsole. Von der Xbox fand ich erst gar nicht an, die ist zwar 50 Euro billiger, aber es gibt keine guten Spiele die ein PC nicht auch hätte und man hat kein Blue Ray, was so eigentlich mit der Hauptgrund für die PS3 wäre. Dann gibt es noch die Möglichkeit einer PSP für 70 Euro. Aber auch hier stellt sich wieder die Frage, was will ich damit? Wird wohl dabei bleiben, dass ich mich mit günstigen DVD´s eindecke und diese mitbringe. Bis jetzt habe ich mir folgende Filme zulgelegt:

The Magic Hour, Sukiyaki Western Django, Kara no Kyoukai (die unbewachte Grenze, oder so. Auch wenn der engl. Titel Garden of sinners lautet…) Samstag gibts zudem kikangentei sale im Book Off und auf jede DVD über 1000 Yen, 500 Yen Rabatt. Da werde ich mich dann noch mit ein paar Sachen eindecken. Bis jetzt könnte ich mich für Drop , Ichi, Afro Samurai, Waterboys, 20th century boys und Karas begeistern, aber nur wenn der Preis vernünftig ist. Die meisten DVDs kosten neu meist 3800 Yen (1 Euro = 135 Yen?), was in etwas 28 Euro entspricht und viel zu teuer ist. Japanische Filme kosten aber gebraucht selbst noch zwischen 1800 und und 2500 Yen was ich fast schon unverschämt finde. Aber wie gesagt leider bekommt man einiges in Deutschland überhaupt nicht. US Filme dagegen kriegt man teilweise für 500 Yen aufwärts bis 1800 Yen, je nach Aktualität. Da gab es dann schon so Späße wie Matrix Trilogie und X Men Filme je für 200 Yen. Wenn ich mir alles kaufen würde was ich toll finde, dann würden bald 5 Kisten nach Deutschland verschifft werden, deren Inhalt aus folgenden Dingen besteht: unendlich DVD´s, Süigkeiten 紅葉饅頭 (hoffe die Zeichen stimmen), einen riesen NABE, 2-3 Konsolen + Spiele, unendlich Bücher, einen eigenen Roboterhund der auf Knopfdruck wiehern kann, eine Angel, Kirin Bier für zu Hause, Jahresvorrat an Nihonshu (Sake) und meinen eigenen Konbini. Das ist immer mein Problem wenn ich in Japan bin, ich möchte mir immer was tolles kaufen, selbst wenn ich es später nicht benutze. Da hab ich mir aus dem Studienjahr den Gamecube mitgebracht (ok der hat 13 Euro gekostet mit Kabeln und Pad, also kein Verlust) und bis dato nicht einmal damit gezockt zu Hause. In Japan hat es dagegen sehr viel Laune gemacht mit 3,4 Leuten bei 1-8 Bier Fifa Soccer zu spielen. Wie schaut denn nun die Planung aus? Nun am 31.08 gehen wir wohl wieder einmal schwimmen mit der Firma. Netterweise wird auch ein ehemaliger Student aus meinem Studiengang, der jetzt in Odawara arbeitet und mit einer Japanerin verheiratet ist, den ich aus einigen Kursen vor meinem Auslandsjahr her kenne, auch mitkommen. Wird bestimmt lustig, nur diesmal bitte mit mehr Sonnenmilch. Das letzte mal hab ich mich gehäutet, da wird jede Schlange neidisch.Ich habe zudem bereits mit Tomo telefoniert und Junpei gemailt und wie es aussieht werden die sich am 12.09 den Mon Chan schnappen und mit dem Auto aus Tokyo vorbeikommen, damit wir uns den Shuzenji (Tempel, was sonst) ansehen können. Am 2.09 geht es dann noch einmal nach Shizuoka für eine Citytour mit der Präfekturverwaltung unter Leitung von Herrn Otsuka.

Von Fließbandarbeit und dem neuen Fanta Cider Zero

Dominik 23. August 2009

Mittlerweile sind ja wieder einige Tage ins Land gezogen und das nehme ich mal als Grund dafür endlich wieder etwas zu texten.

Diese Woche stand die Fabrik auf dem Programm. Noch einmal zum erinnern, unsere Firma macht Yakiire (Härtung von Metall durch Kombination von Wasser und Starkstrom der durch Spulen geleitet wird. Interessant ist der ganze Prozess auf jeden Fall, zumal wir jetzt ein 11 Tonnen schweres Gerät von einem Kunden zu härten hatten und dabei auf zahlreiche Probleme gestoßen sind die Gerätschaften richtig zu positionieren. Hat letztendlich doch geklappt wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Wirklich anspruchsvoll ist der größte Teil der Arbeit nicht, aber die Technik dahinter ist nichts für Chemiehasser wie mich.

Nach ein paar Versuchen ein Fachbuch auf Japanisch zu lesen hab ich erstmal das Handtuch geworfen. Da lob ich mir doch die einfachen Wirtschaftsbücher aus dem Seminar in Bonn. Bei der Fließbandarbeit habe ich einige Kleinteile für Toyota gehärtet, was nach einiger Zeit wirklich an meiner Konzentrationskraft gezehrt hat, da der Prozess wahnsinnig eintönig und langweilig ist. Gut das ich so was nicht machen zu brauche. Im Gegenteil: Firmenchef Aono hat den Mitarbeitern eingeprägt mich keine sinnlose Arbeit langfristig machen zu lassen. Begründen tut er dies damit, dass ich schließlich kein Gehalt bekomme und es mir absolut nichts bringt 4,5 Stunden lang irgendwelche fertig gehärteten Kleinteile in Kisten zu verpacken. Der Mensch ist ein Segen für mich. Gestern Abend habe ich sogar noch 3 Stunden nach Dienstende mit ihm beim Kaffee über japanische Firmenstrukturen und anschließend über diverse andere Dinge unterhalten. Seine Meinung ist durchaus stets vernünftig und gut begründet und es bringt unheimlich viel Gedanken mit ihm auszutauschen. Irgendwie ist er absolut unjapanisch und hat Vorgestern die Arbeit unterbrochen, nachdem etwas schief gelaufen ist, um den Mitarbeitern zu vermitteln das es essenziell wichtig ist die eigene Meinung zu äußern und auch ihn als Chef mal zu kritisieren. Nächste Woche geht es dann an die Büroarbeit und Kostenkalkulationen, die Arbeit in der Fabrik ist auch nicht so wirklich mein Fall. Liegt jetzt weniger daran, dass ich mich vor Arbeit scheue, sondern eher an der Tatsache permanent das Gefühl zu haben lästig zu sein und im Weg rum zu stehen. Was soll man denn auch erwarten nach 2,3 Tagen dort. Außerdem gibt es eh genug Leute für die normal anstehende Alltagsarbeit.

Zwischenzeitlich habe ich die hier erhältliche Fanta Cider Zero zu meinem neuen Lieblingsgetränk erklärt und konsumiere sie so lange literweise bis mir so schlecht wird, dass ich sie die nächsten 4 Jahre nicht mehr riechen kann. So habe ich es auch mal mit Wiener Würstchen und Türkischer Pizza gehandhabt :)

Erdbeben erschüttert Japan

Dominik 12. August 2009

 

Um 5:07 wache ich auf, die Wände wackeln, mein Tisch bewegt sich: Erdbeben. Anstatt abzuflachen wird es stärker und ich springe auf, schnappe den Beutel mit meinen Bankkarten und dem Geld und laufe so schnell es geht unter den Rahmen der Stahltüre am Eingang. Nach einigen Sekunden des Schreckens ist es vorbei und ich bleibe mit einem unruhigen Gefühl im Magen zurück.

Die Nachrichten laufen heiß, denn bereits seit langem wird in dieser Region ein starkes Erdbeben erwartet wie damals in Kobe, wo viele Menschen starben. Das Zentrum befand sich dieses mal 20 km unter dem Meeresspiegel, in der Nähe von Shizuoka, wo eine Stärke von 6 gemessen wurde. Hier in Mishima wurden lediglich 5 auf der Skala gemessen. Bis auf einige Straßenschäden, eingestürzte Mauern und andere Marginalschäden, ist nichts passiert und das obwohl das Erdbeben von Kobe eine Stärke von 7 hatte. Dies zeigt wie groß die Fortschritte seit damals in der Architektur und den Vorbeugungsmaßnahmen sind.

Seit ca. 30 Jahren sind die Vorschriften in Shizuoka für den Bau von Gebäuden demnach besonders streng. Zuerst werden Stahlpfeiler 14 Meter in den Boden, wo die Erdschicht noch ein wenig härter ist eingelassen und kurz unter der Oberfläche kreuz und quer verbunden. Auch die Deckenbauart hat sich verändert, so dass die oberen Stockwerke wesentlich leichter geworden sind. Dort wo die Straße enger als 6 Meter ist müssen zudem Stahlnetze, jetzt weiss ich endlich was das ist, in die Glasfenster eingearbeitet werden. Als Konsequenz vom Erdbeben am Dienstag ist die Tomei Autobahn bis dato gesperrt, kann sein dass dort Brücken Risse bekommen oder abgesackt sind.

Ich hoffe mal vorher nach Hause kommen zu können, bevor ich hier einem Beben der Stärke 8 oder 9 begegne.

Sturzflug durch Geschichte und Legenden

Dominik 10. August 2009

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Einiges ist in den letzten Tagen passiert, dass an dieser Stelle nicht unerwaehnt bleiben soll. Am Samstag bin ich nach Shimizu gefahren um Desiree bei ihren Homestay Eltern zu besuchen. Als Gastgeschenk habe ich kleine Pralinen mit dem Koelner Dom mitgebracht, was anscheinend sehr positiv ankam. Wir wurden dann auch reichlich in der Gegend rumkutschiert und sind zuerst auf den Berg Nihondaira gefahren, von dem man einen gigantischen Ausblick auf Shizuoka hat. Im Anschluss dann noch schnell das Grab von Tokugawa Ieyasu besucht, dass im Toushou guu Schrein liegt. Der Schrein aehnelt in der Aufmachung sehr stark dem in Nikko, ausser das die 3 beruehmten Affen fehlen. Sehr schoen war auch der Kiefernwald an dessen Waldrand der Sandstrand von Shimizu begann.  Habe die Legende nicht mehr ganz im Kopf, aber ich glaube ein Fischer hat dort die Robe eines Engels gefunden und vor diesem versteckt, so das selbiger nicht mehr in den Himmel konnte. Gleichzeitig erhaengen sich dort aber wohl auch recht viele Japaner, irgendwie passt das nicht zu einem netten Maerchen.

Am Abend wurde ich dann mal wieder mit unendlich viel Sashimi und anderen Koestlichkeiten vollgestopft und hab dann ein wenig angeheitert meine Heimfahrt in Angriff genommen.

Bereits am Freitag sind wir uebrigens mit der kompletten Firma zum Barbeque nach Ito gefahren, wo wir an einem nicht ganz so unschmerzhaften Steinstrand gebadet und Fische gefangen haben. Mein Erfolgserlebnis ist leider nur ganze 4 cm lang, weshalb ich den armen Kerl leider seinem Schicksal ueberlassen musste…bei der Gelegenheit hab ich mir natuerlich auch noch den mega Sonnenbrand zugezogen und hab die Nacht nur durch Klimaanlage ueberlebt.

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Ein Chef zum verlieben

Dominik 5. August 2009

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Mein Chef ist echt der coolste, dass muss mal gesagt werden. Nicht nur das er mir erlaubt auch Nachts in die Firma zu gehen um den PC mit Internet zu nutzen, heute waren wir mit dem Auto beim Segelschiff der Firma und haben Oktopus gefangen. Mein Chef hat heimlich hinter dem Boot einen Korb im Wasser hinterlegt um Oktopus und diverse Fische zu fangen. Gekoedert wird der Oktopus (tako) mit kleinen Muscheln. Auf die Frage ob es denn verboten sei im Hafen Fische zu fangen sagte er nur, dass es ihm lediglich peinlich sei da hier nur teure Yachten vor Anker laegen und er der einzige Depp sei der hier fischt. Am Abend hat er den Damen vom Empfang dann noch ne Maerchenstunde erzaehlt. Die wussten naemlich nicht wie man Oktopus faengt und der Chef antwortete  “man muss die mit uruuru rufen, dann kommen die von alleine”. Das wollte uns dann keiner glauben und er wechselte dann um auf die Geschichte, dass man im Takt aufs Wasser klopfen muss und wenn der Oktopus nah genug ist man mit der Hand schnell ins Wasser greift um ihn zu packen. Ich hab das dann mal bestaetigt und die Maedels waren sichtlich verwirrt ob es stimmt oder nicht. Wir konnten nicht mehr vor lachen.

Ein Koenigreich fuer ein Fahrrad…

Dominik 4. August 2009

Jetzt sitze ich hier im Buero und warte darauf, dass mein Chef mit mir in wenigen Minuten nach Shizuoka-shi faehrt, wo wir Praktikanten von einigen hohen Tieren begruesst und von der Zeitung interviewt werden. Endlich habe ich mal Zeit ein wenig zu texten. Das Wetter war sehr wechselhaft die letzten Tage und zu Beginn eher regnerisch, wird aber jetzt permanent waermer. Heute duerften wir locker die 33 Grad Marke erreicht haben und ohne Klimaanlage waere ich hier im Anzug schon geschmolzen. So wirklich gute Anbindungen gibt es dort wo mein Apartment ist auch nicht, klar bis zur Firma brauche ich 3 Minuten, aber bis zum naechsten Bahnhof mal eben 30…

Gott sei Dank habe ich am 1. Tag ein Fahrrad von Aono Shachou bekommen, dass er noch am gleichen Abend vor versammelter Belegschaft im Dunkeln repariert hat, da ja die Bremsen ein wenig nachgelassen haben. Dann ist er noch schnell ein paar Testrunden gefahren bevor er zufrieden war und nennt mich liebevoll “James Bond”. Schon ein wenig verrueckt, aber unglaublich nett. Hat mich dann erstmal eingepackt und ist mit mir Fruehstueck fuer den naechsten Tag kaufen gefahren. Problematisch wird es jetzt wenn ich ausserhalb der Arbeit ins Internet moechte, denn das naechste Cafe (fuer das ich schon eine Member Card besitze) ist innerhalb 1 Stunde mit dem Rad zu erreichen, super Sache. Bei den ganzen Reisfeldern in meiner Umgebung frage ich mich, ob man hier ein besonders hohes Aufkommen an Schlangen hat? Wo Reis ist, dort sind auch Nagetiere und wo Nagetiere sind, da sollten Schlangen nicht weit entfernt sein. Ich glaub ich moechte es gar nicht genauer wissen…

Auf jeden Fall werde ich so durchtrainiert wiederkommen wie nie zuvor, denn ich brauche ja schon 15 Minuten zum Supermarkt. Und da ich ausser TV nichts im Apartment habe, verbringe ich meine Zeit mit Radtouren. Eine Kollegin meinte Heute schon, dass sie mich 3x vom Auto aus gesehen haette. Am 1. Tag Heute wurde ich auch erstmal in die lustige Morgengymnastik eingefuehrt. Alle sammeln sich in der Werkshalle und tanzen zusammen bei recht lustiger Musik. Vielleicht kann ich mal ein Bild machen.

Angekommen in Mishima

Dominik 3. August 2009

Ich wuerde ja gerne oefter schreiben, aber leider habe ich tatsaechlich kein Internet in meinem Apartment und das Praktikum hat offiziell noch nicht angefangen. Eigentlich ist es aber sehr schoen hier, auch wenn die einzigen Wesen hier eher ziegischer Natur sind und Kommunikation somit unmoeglich erscheint. Um es kurz zu machen ich sitze am Arsch der Welt fest…Gott sei Dank ist mein Chef super nett und hat mir erstmal ein Fahrrad gegeben, damit ich nicht 1 Stunde zum naechsten Bahnhof laufen muss. Der Blick auf den Fuji entschaedigt aber fuer alles. Demnach halte ich mich kurz, da ich aus einem Internet Cafe schreibe und mich eine Stunde ca. 5 Euro kostet.

Grillabend der Abteilung Japanologie und Koreanistik Bonn

Dominik 21. Juli 2009

Heute Abend wird ab 18:00 auf der Wiese vor dem Seminar gegrillt. Grillgut wird vom Seminar gestellt, Getränke werden zum Selbstkostenpreis verkauft. Es wird ausdrücklich darum gebeten Salate, Kuchen und/oder Brot mitzubringen und sich somit an der Organisation ein wenig zu beteiligen. Gleichzeitig werden alle Leute die für längere Zeit nach Japan gehen offiziell verabschiedet.

Riesenquallen in Japan

Dominik 20. Juli 2009

Wie ich soeben auf der Seite des Schweizer Fernsehens gelesen habe wird zum dritten mal seit 2005 von japanische nFischern eine Plage von Riesenquallen befürchtet (Nomuras エチゼンクラゲ, echizen kurage). Die Tiere werden durch Strömungen in die japanischen Gewässer getrieben, wo sie sich in den Fangnetzen der Fischer verfangen, und entleeren durch ihre enorme Größe von bis zu 2 Metern selbige. Der Verlust des Fangs bedeutet für die Fischer eine wirtschaftliche Katastrophe. Durch das mittlerweile entwickelte Warnsystem kann der Verlust der Netze, jedoch nicht der des Fanges, verhindert werden.

Warum die Riesenquallen in so großen Zahlen vorkommen ist unklar. Forscher vermuten, dass Überfischung, Verschmutzung und erhöhte Temperaturen die Zahl der Feinde reduziert haben. Da kann man nur hoffen, dass die Chinesen schnellstmöglich noch mehr davon aufessen…

Quelle: Schweizer Fernsehen

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