Benimmknigge

Dominik 16. Februar 2009

Auf dieser Seite möchte ich einige Besonderheiten der Japanischen Kultur vorstellen, die es in Deutschland in dieser Art und Weise vielleicht nicht gibt und an die man sich möglichst halten sollte, sofern man einen möglichst guten Eindruck vermitteln möchte von sich selbst.

Kommentare, Anregungen und Ergänzungen sind erwünscht.

Im Restaurant

1. Man sollte seine Essstäbchen niemals in den Reis stecken, da dies in einigen asiatischen Ländern bei Beerdigungen vollzogen wird.

2. Ebenso sollte es ein Tabu sein einen Gegenstand (ob nun Lebensmittel oder nicht sei hierbei egal), den jemand mit seinen Stäbchen hält mit den eigenen anzunehmen. Bei Einäscherungen ist es nämlich der Fall, dass die Angehörigen die Knochen des Verstorbenen einander mit Stäbchen reichen und in eine Urne geben.

3. Mittlerweile unter jungen Leuten kaum noch beachtet war es früher so, dass man sich nie selbst ein Glas füllte. Es wird erwartet das der Nachbar so aufmerksam ist und ein leeres Glas unverzüglich wieder auffüllt. Der Bediente nimmt dazu das Glas von unten mit der rechten Hand und seitwärts mit der Linken.

4. Weißer Reis sollte nicht mit Sojasoße verstümmelt werden. In Japan gilt man sonst schnell mal als Barbar oder bekloppter Ausländer, der den Geschmack von Reis nicht schätzt.

5. Auf Trinkgeld muss man nicht achten, da es in Japan nicht üblich ist welches zu geben. Nicht umsonst gibt es diese Anekdoten wo ein Tankwart jemandem bis zur nächsten Ampel hinterherlief um ihm das Wechselgeld zu überreichen.

6. Nudelsuppen (und auch alles andere süffige) werden geschlürft. Das ist absolut erlaubt und zeigt das es einem schmeckt. Ganz nebenbei hat es den Nebeneffekt das warme Essen etwas auf Mundtemperatur abzukühlen.

Zu Besuch

1. Betritt man eine Wohnung so findet man fast immer eine kleine Schwelle an der man seine Schuhe auszieht und in eine Art Hausschuh steigt. Die eigenen Schuhe stellt man stets unterhalb der Schwelle auf und, sofern man besonders höflich sein möchte, dreht sie mit der Spitze zurück in Richtung Eingangstüre.

2. Beim Betreten der Wohnung eines Fremden sollte man “ojama shimasu” sagen. Es bedeutet so viel wie “ich störe”.

3. Wenn man zu Besuch ist sollte man stets ein Geschenk mitbringen (Omiyage). Es sollte nicht erwartet werden, dass der Beschenkte den Gegenstand auspackt. Dies gilt als nicht allzu höflich und es kommt nicht selten vor, dass ein Päckchen unausgepackt zu einer passenden Gelegenheit weiterverschenkt wird.

Allgemein

1. Taschentücher gibt es nicht und wenn doch, dann sollte man sie tunlichst nicht in der Öffentlichkeit anwenden. Stattdessen kann man das “Nasenwasser”, wie es auf Japanisch heisst, einfach nach oben schniefen, ohne das jemand komisch reagieren würde. Übrigens wird das Niesen andere Personen ignoriert, anstatt “Gute Beserung” zu sagen.

Update: So langsam frag ich mich ob dieser Punkt aktuell ist. Zumindest mein derzeitiger Chef hat auch öffentlich keine Probleme damit, Tücher für den Mund auch für die Nase zu benutzen und heftig zu schneuzen.

Business

1. Überreicht man eine Visitenkarte sollte man darauf achten, dass der Empfänger direkt den Namen lesen kann, ohne erst die Karte umdrehen zu müssen. Mittlerweile ist es geläufig die Karte mit der rechten Hand zu überreichen und die Karte des jeweils anderen mit der linken Hand zu empfangen. Bietet sich die Möglichkeit, sollte man jedoch immer versuchen die Visitenkarte mit beiden Händen gleichzeitig zu überreichen bzw. zu empfangen.

2. Im Gespräch mit Vorgesetzten sollte man gerade sitzen und die beine weder überkreuzen noch anderweitig verformen. Es ist zudem unhöflich die Arme zu verschrenken oder den Kopf zu stützen.

3. Im Sommer muss zudem keine Kravatte im Büro bei Anzügen getragen werden. Da durch das Tragen selbiger einem noch heisser wird, würden die Kosten der Klimaanlage für die Firma bedeutend steigen.

  • 2 Kommentare

2 Reaktionen zu “Benimmknigge”

  1. Dieteram 12. Mai 2009 um 03:26 Uhr

    Hallo! Netter Blog!
    “Ojama shimasu” meint eher so viel wie: “Ich stoere”, oder “Ich werde stoeren”.
    Jama = Stoerung.
    Vielleicht solltest du beim Thema Schuhe noch darauf hinweisen, das es extra Pantoffeln zB. fuer den Balkon, oder die Toilette gibt.
    Bis dann!

  2. Dominikam 12. Mai 2009 um 09:39 Uhr

    Hi, danke für die Anmerkung. Du hast natürlich Recht, habe beim schreiben ojama shimasu mit shitsurei shimasu verwechselt. Ist korrigiert. Das mit den Pantoffeln ist natürlich wichtig, werde ich hinzufügen.

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