Allgemein

Schweinegrippe Impfung

Dominik 29. Oktober 2009

Während man in Japan von ca. 30000 ungemeldeten Fällen bei der WHO spricht, beschäftigt man sich bei uns mit den aktuellen Informationen über die Schweinegrippeimpfung und beginnt sich zu fragen, was man als nicht Naturwissenschaftler noch glauben darf. Von Seiten der Offiziellen wird dringend zu einer Impfung geraten, während sich im World Wide Web Panikmache ausbreitet. Dabei sticht vor allem eine Dame Namens Jane Burgermeister heraus die uns einen Massengenozid prophezeit. Da ich eher geneigt bin solchen Quellen wie dem Robert Koch Institut, als irgendwelchen antiwissenschaftlich eingestellten Naturheilpraktikern im WWW zu glauben, möchte ich eine Impfempfehlung aussprechen, vor allem um die Übertragung an Risikogruppen zu vermeiden.

Eine Übersicht über die Impfung findet ihr auf folgenden Seiten:

Schweinegrippe Impfung - Onmeda: Medizin & Gesundheit

Robert Koch Institut - RKI

The Cove - Die Bucht: Dokumentation über den Delfinfang in Taiji

Dominik 29. September 2009

Bereits vor 1,5 Jahren habe ich mich mit dem Thema Online beschäftigt und nun sind die damals bereits entstandenen Aufnahmen einiger Tierschützer zu einem Dokumentationsthriller im Born Stil zusammengeflickt worden und kassieren endlos Preise. Die Rede ist von der Kritik am Delfinfang in Taiji, einem kleinen Fischerdort in der Region Nara. Hier werden jährlich ca. 23.000 Tiere gefangen, an Aquarien verkauft und zu Lebensmitteln verarbeitet. Wer die Videos von Youtube kennt weiß, dass es eine ziemlich blutige Angelegenheit ist und das Fleisch Quecksilber enthält. Jetzt ist man als objektiver Beobachter natürlich ein wenig hin und hergerissen zwischen Wahrheit und subjektivem Eindruck der Beteiligten Parteien. Tierschützer geben an der enthaltene Anteil sei extrem giftig, während japanische Forscher Entwarnung, auf Grund nur geringer Mengen geben. Nicht bezweifelt werden kann dabei, dass es sich natürlich um die eigene Interessenverwirklichung dabei handelt und die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte zu finden ist. Persönlich bin ich, wie viele wissen, ein absoluter Gegner von Wal- und Delfinfang, allerdings muss man ja ehrlicherweise zugeben, dass es ein wenig geheuchelt ist.

Setzen wir mal an dem Punkt an mit dem die meisten Leute argumentieren, die Intelligenz der Tiere. Diese steht außer Frage, aber ist es legitim danach zu richten welches Tier geschlachtet und welches nicht geschlachtet werden darf? Eigentlich nicht, denn es wäre ja auch bei Menschen ein Unding zu selektieren wer klüger ist und somit überleben darf. Natürlich ist es eine rationale Wahl zu sagen „das Lebewesen, welches mir den meisten Vorteil bereitet soll überleben”, aber möchte man als Mensch so eiskalt und kalkulierend sein? In der Tat wohl kaum.

Ferner dürfte man auch keine Schweine schlachten, bei denen ist schließlich auch die Intelligenz in hohem Maße vorhanden. Gehen wir aber mal auf den Punkt ein, welcher meiner Meinung nach eine legitime Kritik an dem Thema zulässt, der ökologische Gedanke. Fest steht (als nicht Biologie bitte ich um etwas Nachsicht und/oder Aufklärung), dass zumindest Wale in hohem Maße wertvoll für das ökologische Gleichgewicht der Weltmeere sind und somit im Falle einer Ausrottung, selbiges auf der Kippe steht. Das scheint jedoch durch reichlich nicht vorhandenen Informationsfluss in den japanischen Medien noch längst nicht bei den Japanern angekommen zu sein welche der Meinung sind, es gäbe ja genug Wale. Da machen Aussagen von zuständigen Ministern, dass Wale zu viel Fisch fressen würden, auch nicht grade Hoffnung in Sachen Aufklärungsarbeit. Das viele Arten sich von Plankton ernähren, scheint dabei absolut unwichtig zu sein und außerdem hat kein Mensch die Japaner gezwungen Fisch zu essen. Der Vergleich auf japanischer Seite mit dem Töten von Kühen und Schweinen hinkt meiner Meinung nach auch extrem stark, sofern man sich vor Augen hält, dass es sich hierbei um Zuchttiere handelt. Hierbei sollte dann erneut aber auch nur der ökologische Faktor zählen, sonst kann man sich als kritischer Westler auch nicht ernst nehmen.

 

Zurück zum Film: Bis dato habe ich diesen noch nicht gesehen und entgegen aller anfänglichen Aussagen soll er wohl doch in Japan gezeigt werden. Tatsächlich ist es so, dass extrem viele Japaner keine Ahnung haben, dass es Delfinfang gibt und wenn sie es doch haben, so zumindest nicht in diesen Größenordnungen. Auch Delfine zählen hier oftmals als niedliche Tiere, was bei Walen dann wiederum anders ist. Es bleibt auch festzuhalten, dass die meisten jungen Japaner weder Wal noch Delfin essen und auch nicht essen wollen, wohl aber weniger aus ethischen Gründen, als vielmehr aus Ablehnung des tranigen Geschmackes. In Hinsicht auf das Fischerdorf Taiji bleibt zu sagen, dass es sich hierbei um eine wichtige Einnahmequelle für die Fischer handelt und sollte diese versiegen, es den Ruin mit sich bringen könnte. Demnach muss hier der Politik ein Vorwurf gemacht werden, denn an dieser muss es liegen alternative Überlebensmöglichkeiten für Fischer zu schaffen und somit neue Pfade zu ebnen, die den Menschen das Überleben sichern. Anstatt also Millionen von Yen in die Subventionen des Walfangs zu stecken, hätte man das Geld auch schon längst für neue Methoden des Ackerbaus, Kultivierung oder (super Idee übrigens) nachhaltige Fischerei und Fischzucht einsetzen können. Ansonsten werden die Japaner sich nämlich bald auf weitere Erfindungen der Marke „Falscher Kaviar aus Apfelsaft” einlassen müssen. Dies wäre also wünschenswert, passiert natürlich aber nicht, weil die Ministerien ja überhaupt kein Interesse daran haben diese Tradition abzuschaffen. Welche wirtschaftlichen Belange sich dahinter verbergen sind mir schleierhaft, aber zumindest in Bezug auf die USA macht sich hier eine Art rebellische Position der Japaner bemerkbar. Während man in Sicherheitsfragen noch immer stark abhängig ist, schlägt man dem großen Partner und seiner Kritik am Walfang in diesem Bezug ein Schnippchen und sieht es überhaupt nicht ein selbige anzunehmen. Im Grunde ist dies ja auch verständlich, denn während sowohl die USA als auch Deutschland den Walkörper auf Grund des Fettes zur Herstellung von Waschmittel und Petroleum jagten (Firma Henkel), verwendeten die Japaner seit jeher den kompletten Walkörper. Dementsprechend kann ist es gut nachzuvollziehen, dass man sich gerade von den USA in diesem Bezug nichts sagen lassen will. Das der Delfin, ebenso wie bereits der Eisbär, natürlich auf Grund seiner Niedlichkeit ein ideales Mittel ist um Leute für den Naturschutz zu begeistern und lediglich Mittel zum Zweck ist sollte klar sein. Denn wer würde sich groß über den Fang von jährlich 23.000 Makrelen aufregen. Zum Film selber sollte man natürlich alles mit Vorsicht genießen denn es ist ja, so wie bei allen Dokumentationen, die Frage, ob inhaltlich alles korrekt wiedergegeben wird, oder zu Gunsten des guten Vorsatzes Dinge hinzugedichtet, reißerisch präsentiert werden.

 

Was kann man also festhalten:

- Man sollte die Tötung von Lebewesen nicht an Kriterien wie Intelligenz/ Niedlichkeit festlegen, wohl aber am ökologischen Faktor
- Den Menschen deren Leben auf dem Wal- und Delfinfang beruht muss eine Alternative geboten werden um zu überleben
- Es müssen effektive Messmethoden eingeführt werden um die Anzahl der Wale und Delfine genau registrieren zu können und somit die Population nicht zu gefährden.
- Kritik ja, aber bitte mit genügend Hintergrundwissen über Kultur und Einstellung der jeweiligen Länder. Ansonsten machen vor allem Japaner die Schotten dicht und dann rennt man gegen Wände und erreicht gar nichts.

Von Onsen, Himono und bôin bôshoku

Dominik 14. September 2009

Das vergangene Wochenende war ein sehr vergnügliches für mich, voller Abwechslung und unterhaltsamer Momente. Aus dem fernen 50.000 Einwohner Kaff Tomioka in der Präfektur Gunma reiste der liebe Tomo an und brachte, weil er so selbstlos ist, auch gleich den Mon chan aus Tôkyô mit. Der arme Jumpe liegt leider mit Grippe zu Hause im Bett und konnte aus diesem Grunde leider nicht mitkommen. Der Samstag an dem die beiden ankamen war leider von sehr trübem Wetter und reichlich Regen gesäumt, was uns aber nicht den Spaß an der Wiedervereinigung nahm und so stopften wir uns erstmal mit unendlich 105 Yen Sushi voll und hatten dabei erstmal eine Begegnung der unheimlich Art, als in einem fast leeren Kaitensushi 3 Tische weiter ein etwas „einfach” anmutender Ausländer mit zwei offensichtlich sehr interessierten Japanerinnen saß und in sau schlechtem Englisch über seine Kamera sprach. Am Akzent erstmal direkt auf Deutschland getippt, was dann im Laufe der Diskussion auch bestätigt wurde. Da muss man erstmal ins 100.000 Seelendorf Mishima kommen um peinliche Deutsche in einem fast leeren Restaurant zu treffen die aussehen, als wollten sie Arnold Schwarzenegger Konkurrenz machen und dabei viel zu knappe Shorts tragen, die in den 70ern modern waren. Danach ging die gemütliche Autofahrt weiter zum Shuzenji Tempel auf der Izu Halbinsel, der jedoch bei dem schlechten Wetter etwas vereinsamt aussah. Abends noch flott ins Kino und „Ballad namonaki koi no uta” angesehen und für mittelprächtig befunden. Im Anschluss wieder viel zu viel kram im Supermarkt gekauft und bei mir zu Hause übermäßig viel gefuttert.

Am nächsten Morgen lachte uns ein wolkenloser Himmel und strahlendes Wetter an und selbst der sonst so etwas scheue Fuji san ließ sich mal blicken und bescherte uns auf der Autofahrt in Richtung Atami einige sehr schöne Aussichten. Atami war für mich persönlich eine kleine Enttäuschung und entpuppte sich als offensichtliche Touristenhochburg für Fans von Onsen. Bis auf Geschäfte die Himono (getrocknete Fische) verkaufen gab es aber nicht wirklich viel tolles zu entdecken, lediglich das etwas mickrige Schloss von Atami war einigermaßen nett anzusehen, machte aus der Nähe jedoch einen etwas heruntergekommenen Eindruck. Danach gingen uns ein wenig die Ideen aus, da man hier in der Umgebung eigentlich nicht so viel unternehmen kann und da wir keine Badesachen dabei hatten konnten wir Baden leider auch knicken. Deshalb haben wir uns dann auf den Weg nach Numazu zum bekannten Fischmarkt gemacht um dort etwas zu bummeln und Abends in ein Restaurant einzukehren um kaisendon genießen zu können (nichts geht über rohen Fisch unfassbar lecker).

Warum Praktikum?

Dominik 9. September 2009

Ich stell mir grade nach einigen Ereignissen der letzten Tage die Frage, warum man eigentlich ein Praktikum in Japan macht. Die Gründe dafür mögen natürlich von Person zu Person variieren, aber letztendlich bin ich zu folgenden drei Schlussfolgerungen gekommen:

1) Die Sprache
2) Eindrücke über das Verhalten in Umgang mit Kunden, Kollegen in Japan sammeln
3) Endlich wieder Sushi und Takoyaki essen können

Für den ein oder anderen mag es noch andere, aus meiner Sicht irrelevante, Gründe wie Reisen, Paarungspartner finden etc. geben. Aus dem was ich in den letzten Tagen so mitbekommen habe finden es einige japanische Firmen aber ganz superb einen den ganzen Tag an diverse Übersetzungsaufgaben zu setzen. Ein Mädel aus meiner Uni letztes Jahr durfte dann täglich Französisch-Englisch übersetzen. Somit stellt sich für mich die Frage, wozu kommt man dann nach Japan? Übersetzen kann ich auch zu Hause und wenn eh keiner mit mir redet, dann spar ich auch noch Geld mit dem gleichen Ergebnis. In meinem Fall trifft das Gott sei Dank nicht zu, aber manchmal frag ich mich wieso einige Firmen überhaupt Praktikanten nehmen, wenn sich nachher eh keiner um jene kümmert. Ich erwarte ja nicht, dass man sich rund um die Uhr um mich bemüht, aber es wäre doch wünschenswert wenigstens hier und da mal Dinge die das Business und Business Manieren betreffen vermittelt zu bekommen und ganz offensichtlich haben das einige japanische Firmen nicht drauf. Man kommt ja gerade wegen Dingen nach Japan, die man nicht in Deutschland lernen kann ohne weiteres. Selbst wenn man nur der Saufkumpane vom alten Kaichô der Firma ist, so hat man wenigstens die Möglichkeit japanisch zu sprechen und etwas aus dem reichen Erfahrungsfundus des Gegenübers zu lernen (nebenbei wird man auch noch erfreulicherweise dauernd eingeladen).

Da muss ich dann doch mal meinen Chef loben und aus Erzählungen weiß ich, dass die früher die Studenten auch hausieren haben gehen lassen in Firmen um Kunden zu bekommen. Ich muss das nicht machen, wäre auch zu peinlich, aber vor 6,7 Jahren hat man das hier noch regelmäßig mit den Jungs gemacht. Ich sage extra Jungs, denn mein Chef möchte prinzipiell keine Frauen als Praktikantinnen haben, da er meint er verstehe Frauen nicht (irgendwo hat er Recht, wer versteht die schon).

10 Mysterien in Japan

Dominik 8. September 2009

Fragen die sich jeder stellt und keiner beantworten kann.

1. Warum ist alles so sauber, obwohl Japaner eine Mülleimerphobie haben und man jeglichen Müll     stundenlang mit sich rumtragen muss?

2. Warum gibt es immer noch Fische, obwohl ich schon allein im Kaitensushi das Gefühl habe, dass hier das halbe Meer rumschwimmt?

3. Wer hat Japanern gesagt, dass man Schweineknorpel essen könnte und warum liebt die jeder?

4. Wer hat Japanern erlaubt Würstchen herzustellen, die schmecken grauenhaft.

5. Warum benötigt man 8 Personen um eine 1 m² große Baustelle zu sichern? (Nein das hat nichts mit dem Witz von den 10 Ostfriesen und der Glühbirne zu tun)

6. Wie schaffen es Japaner 12 Stunden auf der Arbeit zu sein und immer vorzutäuschen sie hätten was zu tun?

7. Woher kommt diese Geduld sich Mittags bis zu 1,5 Stunden vor einem Restaurant anzustellen.

8. Warum essen Japaner so viel frittiertes und bleiben trotzdem schlank?

9. Warum sehen Kuchen und Gebäck in Japan immer so unendlich lecker aus und schmecken als wären sie in einen Zuckertopf gefallen.

10. Warum haben so viele Japanerinnen O-Beine und schiefe Zähne?

Wer eine Antwort auf diese Fragen hat soll sich melden. Eine erfreuliche Meldung: Das Rätsel mit den 10 millionen Plastiktüten im Supermarkt hat sich ja mittlerweile gelöst. Mittlerweile muss man als Angestellter ja fragen ob der Kunde eine benötigt und ansonsten kosten die 5 Yen. Somit schon einmal deutlich weniger Müll als bisher.

Fischers Fritz und so

Dominik 7. September 2009

Es ist mal wieder einiges an Zeit verstrichen seit meinem letzten Eintrag. Das Wetter ist mittlerweile sehr angenehm geworden. Zwar herrschen immer noch recht hohe Temperaturen von 26-30 grad, aber durch einen sehr angenehmen Wind lässt es sich wunderbar ohne unnötigen Flüssigkeitsverlust aushalten.

Von Freitag auf Samstag wurde das Segelboot von Aono Shachô gereinigt und neu angestrichen. Zwischenzeitlich kam dann meine Kommilitonin Desiree aus Shimizu zu Besuch und hat mit uns den Tag verbracht. Gesäumt durch unendliche Fressorgien von Sashimi, Süßigkeiten bis hin zu Wasabi Softeis und Ramen am Abend, hatten wir eine Menge Spaß beim Angeln in einem Fluss mit sehr stylishem Wasserfall. Die armen Forellen haben auch wirklich immer angebissen, so das wir letztlich 13 Tiere aus dem Wasser geholt haben, die wir übrigens mit Fischeiern (ikura) köderten.

Sonntag hab ich dann mal wieder 3 Stunden Radtour gemacht und den Mishima taisha, den großen Tempel von Mishima, besucht. Schon recht ansehnlich wie man auf den Bildern gut erkennen kann. Gleich so gegen 15:00 Uhr taucht dann noch der Herr Otsuka von der Präfekturverwaltung auf um mal nach dem Rechten bei mir zu sehen. Da gibt es dann bestimmt auch wieder lecker Essen am Abend.

Bereits am 3.09 gab es einen kleinen Ausflug mit dem oben genannten Herrn Otsuka und den anderen 2 Praktikanten. Neben einem Teemuseum, wo ich genötigt wurde einen Yutaka anzuziehen und der Fabrik von Yamaha in Shizuoka, wo hauptsächlich Musikinstrumente produziert werden, bekamen wir auch gleich eine Sonderführung in der Sapporo Brauerei, inklusive vor Ort Verköstigung. Da ich nur wenig gegessen hatte schlugen die 3×0,33 Sapporo und Yebisu allerdings recht flott auf meinen Geisteszustand. Sehr cool ist auch das Retro Reklameposter was ich mir dort gekauft habe. Damals wurde der Name Sapporo auf Hiragana noch spiegelverkehrt geschrieben (keine Ahnung wieso auch immer). Wird zu Hause direkt mal eingerahmt.

Gestern hätte ich mich fast lynchen können das ich keine Kamera dabei hatte, denn als ich mit dem Rad unterwegs war habe ich ein wunderbares Fotomotiv, das quasi demonstrativ für Verbindung von Tradition und Moderne in Japan stehen könnte. In einem Reisfeld stand ein altes Mütterlein mit Strohhut und traditionellerer Kleidung und sammelte Reispflanzen ein. Gerade aus über das Reisfeld türmte sich der Fuji san majestätisch auf und demonstrierte so auf eindrucksvolle Weise das alte Japan samt seiner Traditionen und mysteriösen Geheimnisse, während gleichzeitig links und rechts vom Reisfeld Fabrikgebäude von Zulieferern angefahren worden und somit den Bruch hin zur Moderne in Gedächtnis zurückbrachten. War noch faszinierender als der kleine Schrein in Akasaka, der direkt neben einem Mc Donalds und einem Hochhaus steht. Die Tradition bahnt sich also auch in der riesigen Metropole Tokio ihren Weg, nahezu wie Ranken und tiefe Wurzeln, nicht immer gesehen, aber im Erdboden fest verankert, stoßen sie an einigen Stellen dann doch noch ans Tageslicht.

Mittlerweile tragen auch meine Bemühungen für die Diplomarbeit erste Früchte und ich habe immerhin schon einmal einen kleinen Abriss über den geplanten Inhalt für meine Dozenten entworfen. Die Bücher die ich jedoch eigentlich haben will sind nur als Hardcover erhältlich und kosten 50 Euro aufwärts, dass muss ja nicht sein.

Von LDP, DPJ und Twitter

Dominik 1. September 2009

Waehrend die DPJ (民主党)in Japan einen bahnbrechenden und lawinenartigen Sieg ueber die LDP (自民党) eingefahren hat und zum ersten Mal Hoffnung besteht, dass sich Japan aus der politischen Belanglosigkeit befreien kann und ein wirkliches politisches Interesse entwickeln koennte, geht in Deutschland die Twitter-Angst um. Es wird befuerchtet, dass durchsickernde Informationen ueber das beliebte Nachrichtensystem fuer eine Beeinflussung der Wahl sorgen koennten.

Hier war mal wieder Taifun und echt be…scheidenes Wetter, aber momentan ist wieder strahlender Sonnenschein. Gestern war ein ehemaliger Student aus meinem Studiengang zu Besuch und wir sind gegen Abend in ein Izakaya gefahren um dort so ziemlich jeden Fisch zu essen, den das Meer zu bieten hat. Ich persoenlich bevorzuge ja Tai, Sanma und Tintenfisch.

Yasukuni Schrein

Dominik 28. August 2009

Gestern habe ich eine der interessantesten Diskussionen seit langem geführt. Ausgangspunkt war das Video eines Kanadiers (merci Martin), der vor dem Yasukuni Schrein rechtsorientierte Japaner mit einer äußerst provokanten Frage konfrontierte. Wörtlich sagte er, sofern ich es wegen der Lautstärke richtig verstanden habe:

„Wenn Sie Deutscher wären, dann würden Sie festgenommen werden, was meinen Sie dazu“.

Dazu muss man erstmal die Hintergründe kennen. Im Yasukuni Schrein in Tokyo wird den Seelen der im Krieg verstorbenen Japaner gedacht und auch die Seelen von einigen Kriegsverbrechern gehören dazu. Seit Jahren gibt es, vor allem von China und Korea, große internationale Kritik an den Besuchen des Premierministers, am 15. August, am Schrein. Man muss den Aspekt bedenken, dass es in Japan eine strickte Trennung zwischen Staat und Religion gibt, die auch in der Verfassung niedergeschrieben ist. Wenn der Premierminister also am 15.08 mit Limousine und Gefolge dort auffährt, erweckt dies nicht gerade den Eindruck, als sei er privat dort.

Nachdem der Kanadier diese Worte gesprochen hatte, gab es erstmal ziemlichen Ärger mit den Anwesenden Rechtsorientierten. Viel interessanter war aber das Gespräch mit meinem Chef, nachdem ich ihm das Video gezeigt habe.

Hier mal meine kleine Zusammenfassung der Infos die ich daraus gezogen und interpretiert habe:

Da es gegen Ende des Krieges in Japan kaum noch Flugzeugträger und Benzin gab um die Flugzeuge zu betanken und letztendlich sogar aus Zuckerrohr und allem möglichen Benzin gewonnen wurde, tankte man die sie nur halbvoll, woraus letztendlich die Kamikaze (Götterwind) Angriffe geboren wurden. Man wurde also in den Krieg geschickt unter der Voraussetzung, für sein Land und die Menschen dort zu sterben. Das war von Beginn an klar und aus diesem Grund wird den Seelen der Verstorbenen im Schrein für diese Uneigennützigkeit gedankt. Man muss also auch sehen, dass nicht nur Rechte den Yasukuni Schrein aufsuchen, sondern vor allem Mütter, Väter und die restlichen Familienangehörigen der damals Verstorbenen, um den Seelen zu gedenken. Dementsprechend ist das, was der Herr aus Kanada gemacht hat, ähnlich wie in eine katholische Kirche zu gehen und zu sagen „euer Gott ist ein schlechter Gott“. Ich denke, dass Kritik durchaus angebracht ist, aber vielleicht sollte man versuchen diese nicht ganz so radikal und für einige Leute, deren Intention nicht ist den Kriegsverbrechern zu danken, verletzend zu übermitteln wie in diesem Fall.

Die Idee hinter dem Yasukuni Schrein basiert schließlich nicht darauf Rechtes Gedankengut zu unterstützen, sondern Familien einen Ort zu stellen, wo sie ihrer Verstorbenen gedenken können. Das es auch heute noch sehr viele Rechte gibt die diesen Ort missbrauchen und das japanische Politiker keinen Sinn für Internationalität und Feingefühl haben ist wiederum eine andere Sache, die kritisiert werden muss.

Eine Sache zu verurteilen ist einfach getan, aber die politischen, sozialen und religiösen, vielleicht sogar kulturspezifischen Hintergründe zu sehen und in Bezug zu einander zu setzen, ist dagegen weitaus schwieriger und Bedarf einer gewissen Dosis Feingefühl.

PS: nachdem das ganze fuer Missverstaendnis bei Martin und vielleicht auch anderen gesorgt hat und im Text nicht deutlich rueber kam, hier noch einmal meine Meinung

Den Besuch des Premier und anderer Politiker muss man kritisieren, da er der Trennung von Staat und Religion in Japan entgegensteht und den internationalen Beziehungen schadet. Die Rechten in Japan muss man ebenfalls kritisieren. Ich denke jedoch, dass ein anderer Ton und ein anderer Ort angebrachtet waeren als in dem Video. Im Ausland sorgt das fuer Zustimmung, aber in Japan wird es das schlechte Image der Auslaender, die ja eh schon keine Ahnung von jap. Kultur haben, nur noch verschlechtern und absolut nichts veraendern. Des Weiteren ist es beleidigend fuer die Personen die dort Ihrer Toten aus dem Krieg gedenken und mit rechtem Gedankengut nichts am Hut haben.

 

Schwachsinn für den kleinen Hunger

Dominik 28. August 2009

Strahlendes Wetter, der Himmel ist so blau wie die Verpackung von Penaten Creme. Vor zwei Stunden hatten wir eine ewig lange Sitzung über die Bedeutung von hinshitsukanri (Qualitätskontrolle). War ganz interessant, aber mein Chef wiederholt sich zu oft, ohne das die Diskussion vorangeht. Zu meiner rechten Seite sehe ich den Fuji, bzw. eigentlich eher die unfotogene Seite mit dem Krater, die normalerweise nicht ihren Weg auf die Postkarten findet. Die Spitze des Vulkans ist umhüllt von einer leichten Wolkenfront und lässt nichts von den Strapazen erahnen, die so manch einer gerade auf sich nimmt um die Spitze zu erreichen, nur um dort dann ein überteuertes Automatenbier trinken zu können für umgerechnet 6 Euro. Da grade eine Firmensitzung stattfindet habe ich mir eben die ersten Bücher auf dem Amazon Market Place für meine Diplomarbeit bestellt. Den Namen hab ich schon wieder vergessen…okinawa kichi mondai beikoku nani nani und so weiter. Ist auch egal, werde noch genug Zeit damit verbringen „dürfen“. Irgendwie bin ich grade etwas schlapp und müde, was mich dennoch nicht von meinen abendlichen zweistündigen Radtouren abhalten kann. Ich spiele so mit dem Gedanken mir eine gebrauchte Playstation 3 zuzulegen, aber meine Pro und Contra-Liste hat leider nichts gutes ergeben. Ich resümiere:
+ tolle Spiele
+ deutsche Spiele laufen auch
+ Blue Ray Player
+ Abends was zu tun außer trinken, Radfahren, lernen, sinnlose TV Programme sehen
+ gebraucht günstig 200 Euro
+ ist groß genug um damit Einbrecher zu verprügeln
- auch wenn günstig, sind 200 sau viel Geld
- werde ich damit wirklich spielen?
- Wer braucht blue ray? DVD tut es auch
- Das Ding ist zu schwer für mein Gepäck
- Sieht aus wie ein Sandwich Maker, funktioniert aber nicht wie einer.
- Wird so warm, dass ich keine Heizung im Winter brauche.

Es bleibt ein vernichtendes Urteil gegen die Konsole. Von der Xbox fand ich erst gar nicht an, die ist zwar 50 Euro billiger, aber es gibt keine guten Spiele die ein PC nicht auch hätte und man hat kein Blue Ray, was so eigentlich mit der Hauptgrund für die PS3 wäre. Dann gibt es noch die Möglichkeit einer PSP für 70 Euro. Aber auch hier stellt sich wieder die Frage, was will ich damit? Wird wohl dabei bleiben, dass ich mich mit günstigen DVD´s eindecke und diese mitbringe. Bis jetzt habe ich mir folgende Filme zulgelegt:

The Magic Hour, Sukiyaki Western Django, Kara no Kyoukai (die unbewachte Grenze, oder so. Auch wenn der engl. Titel Garden of sinners lautet…) Samstag gibts zudem kikangentei sale im Book Off und auf jede DVD über 1000 Yen, 500 Yen Rabatt. Da werde ich mich dann noch mit ein paar Sachen eindecken. Bis jetzt könnte ich mich für Drop , Ichi, Afro Samurai, Waterboys, 20th century boys und Karas begeistern, aber nur wenn der Preis vernünftig ist. Die meisten DVDs kosten neu meist 3800 Yen (1 Euro = 135 Yen?), was in etwas 28 Euro entspricht und viel zu teuer ist. Japanische Filme kosten aber gebraucht selbst noch zwischen 1800 und und 2500 Yen was ich fast schon unverschämt finde. Aber wie gesagt leider bekommt man einiges in Deutschland überhaupt nicht. US Filme dagegen kriegt man teilweise für 500 Yen aufwärts bis 1800 Yen, je nach Aktualität. Da gab es dann schon so Späße wie Matrix Trilogie und X Men Filme je für 200 Yen. Wenn ich mir alles kaufen würde was ich toll finde, dann würden bald 5 Kisten nach Deutschland verschifft werden, deren Inhalt aus folgenden Dingen besteht: unendlich DVD´s, Süigkeiten 紅葉饅頭 (hoffe die Zeichen stimmen), einen riesen NABE, 2-3 Konsolen + Spiele, unendlich Bücher, einen eigenen Roboterhund der auf Knopfdruck wiehern kann, eine Angel, Kirin Bier für zu Hause, Jahresvorrat an Nihonshu (Sake) und meinen eigenen Konbini. Das ist immer mein Problem wenn ich in Japan bin, ich möchte mir immer was tolles kaufen, selbst wenn ich es später nicht benutze. Da hab ich mir aus dem Studienjahr den Gamecube mitgebracht (ok der hat 13 Euro gekostet mit Kabeln und Pad, also kein Verlust) und bis dato nicht einmal damit gezockt zu Hause. In Japan hat es dagegen sehr viel Laune gemacht mit 3,4 Leuten bei 1-8 Bier Fifa Soccer zu spielen. Wie schaut denn nun die Planung aus? Nun am 31.08 gehen wir wohl wieder einmal schwimmen mit der Firma. Netterweise wird auch ein ehemaliger Student aus meinem Studiengang, der jetzt in Odawara arbeitet und mit einer Japanerin verheiratet ist, den ich aus einigen Kursen vor meinem Auslandsjahr her kenne, auch mitkommen. Wird bestimmt lustig, nur diesmal bitte mit mehr Sonnenmilch. Das letzte mal hab ich mich gehäutet, da wird jede Schlange neidisch.Ich habe zudem bereits mit Tomo telefoniert und Junpei gemailt und wie es aussieht werden die sich am 12.09 den Mon Chan schnappen und mit dem Auto aus Tokyo vorbeikommen, damit wir uns den Shuzenji (Tempel, was sonst) ansehen können. Am 2.09 geht es dann noch einmal nach Shizuoka für eine Citytour mit der Präfekturverwaltung unter Leitung von Herrn Otsuka.

Von Fließbandarbeit und dem neuen Fanta Cider Zero

Dominik 23. August 2009

Mittlerweile sind ja wieder einige Tage ins Land gezogen und das nehme ich mal als Grund dafür endlich wieder etwas zu texten.

Diese Woche stand die Fabrik auf dem Programm. Noch einmal zum erinnern, unsere Firma macht Yakiire (Härtung von Metall durch Kombination von Wasser und Starkstrom der durch Spulen geleitet wird. Interessant ist der ganze Prozess auf jeden Fall, zumal wir jetzt ein 11 Tonnen schweres Gerät von einem Kunden zu härten hatten und dabei auf zahlreiche Probleme gestoßen sind die Gerätschaften richtig zu positionieren. Hat letztendlich doch geklappt wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Wirklich anspruchsvoll ist der größte Teil der Arbeit nicht, aber die Technik dahinter ist nichts für Chemiehasser wie mich.

Nach ein paar Versuchen ein Fachbuch auf Japanisch zu lesen hab ich erstmal das Handtuch geworfen. Da lob ich mir doch die einfachen Wirtschaftsbücher aus dem Seminar in Bonn. Bei der Fließbandarbeit habe ich einige Kleinteile für Toyota gehärtet, was nach einiger Zeit wirklich an meiner Konzentrationskraft gezehrt hat, da der Prozess wahnsinnig eintönig und langweilig ist. Gut das ich so was nicht machen zu brauche. Im Gegenteil: Firmenchef Aono hat den Mitarbeitern eingeprägt mich keine sinnlose Arbeit langfristig machen zu lassen. Begründen tut er dies damit, dass ich schließlich kein Gehalt bekomme und es mir absolut nichts bringt 4,5 Stunden lang irgendwelche fertig gehärteten Kleinteile in Kisten zu verpacken. Der Mensch ist ein Segen für mich. Gestern Abend habe ich sogar noch 3 Stunden nach Dienstende mit ihm beim Kaffee über japanische Firmenstrukturen und anschließend über diverse andere Dinge unterhalten. Seine Meinung ist durchaus stets vernünftig und gut begründet und es bringt unheimlich viel Gedanken mit ihm auszutauschen. Irgendwie ist er absolut unjapanisch und hat Vorgestern die Arbeit unterbrochen, nachdem etwas schief gelaufen ist, um den Mitarbeitern zu vermitteln das es essenziell wichtig ist die eigene Meinung zu äußern und auch ihn als Chef mal zu kritisieren. Nächste Woche geht es dann an die Büroarbeit und Kostenkalkulationen, die Arbeit in der Fabrik ist auch nicht so wirklich mein Fall. Liegt jetzt weniger daran, dass ich mich vor Arbeit scheue, sondern eher an der Tatsache permanent das Gefühl zu haben lästig zu sein und im Weg rum zu stehen. Was soll man denn auch erwarten nach 2,3 Tagen dort. Außerdem gibt es eh genug Leute für die normal anstehende Alltagsarbeit.

Zwischenzeitlich habe ich die hier erhältliche Fanta Cider Zero zu meinem neuen Lieblingsgetränk erklärt und konsumiere sie so lange literweise bis mir so schlecht wird, dass ich sie die nächsten 4 Jahre nicht mehr riechen kann. So habe ich es auch mal mit Wiener Würstchen und Türkischer Pizza gehandhabt :)

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